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7. Mai 2012
Fortschritt heißt nicht, das Bewährte zu beenden, Fortschritt heißt, das Gute zum Besseren zu wenden!
Die impressionistischen Maler begannen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts damit, sich von der fotographischen Darstellung der Wirklichkeit abzuwenden und stattdessen ihre gefühlte Wahrnehmung des Gesehenen in ihren Gemälden auszudrücken. Der klare Blick auf die Realität begann zu verschwimmen und an seine Stelle traten die subjektiven Impressionen gefühlter Realitäten. Klare Konturen verwandelten sich in Schatten und Linien wurden in viele Punkte aufgelöst. Die Malerei hatte aufgehört, ihre wichtigste Funktion auszuüben, die getreue objektive Abbildung von Gegenständen. Die Fotografie war zu diesem Zeitpunkt längst im Begriff, der Malergilde diese Aufgabe abzunehmen.
Dabei verlief die Entwicklung der Fotografie gerade in entgegengesetzter Richtung als die der Malerei ein halbes Jahrhundert später. Die ersten Anfänge begannen mit verschwommenen, unklaren Abdrücken der Realität und wurden im Laufe der Jahre zunehmend klarer, bis schließlich Landschaften, Städte, Menschen in nie geahnter Detailgenauigkeit auf Fotografien dargestellt werden konnten. So drohten sie, die Malerei zu einer brotlosen Kunst zu machen.
"Kein Gemälde eines Impressionisten" stellt also die gezeigte Abbildung dar - es handelt sich vielmehr um das vermutlich weltweit erste dauerhafte Foto, das im Frühherbst des Jahres 1826 von dem französischen Erfinder Joseph Nicéphore Nièpce buchstäblich er-funden wurde. Er steckte eine mit Bitumen beschichtete Zinnplatte in einen Kasten, der mit einer kleinen Lichtöffnung versehen war. Diesen stellte er an ein Fenster seines Landsitzes. Es dauerte acht Stunden und auf der Platte war die Umgebung vor dem Fenster in die Schicht eingebrannt! Diese erste Fotografie ist heute noch immer erhalten. Sie trägt den Titel "Blick aus dem Arbeitszimmer von Le Gras" und ist in Austin, Texas im Harry Ransom Humanities Research Center der Universität ausgestellt.
Die impressionistischen Maler begannen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts damit, sich von der fotographischen Darstellung der Wirklichkeit abzuwenden und stattdessen ihre gefühlte Wahrnehmung des Gesehenen in ihren Gemälden auszudrücken. Der klare Blick auf die Realität begann zu verschwimmen und an seine Stelle traten die subjektiven Impressionen gefühlter Realitäten. Klare Konturen verwandelten sich in Schatten und Linien wurden in viele Punkte aufgelöst. Die Malerei hatte aufgehört, ihre wichtigste Funktion auszuüben, die getreue objektive Abbildung von Gegenständen. Die Fotografie war zu diesem Zeitpunkt längst im Begriff, der Malergilde diese Aufgabe abzunehmen.
Mit der Entwicklung der Fotografie kann heutzutage jedermann mit einem Knopfdruck sein eigenes Gemälde erschaffen, es sekundenschnell betrachten, verwerfen, ändern, neu erschaffen. Dennoch ist die Malerei nicht zu einer brotlosen Kunst geworden. Gewiss, sie musste sich verändern, an die neuen Zeiten anpassen. Sie musste experimentieren und ebenfalls von den fortgeschrittenen Techniken profitieren. Neue Malgeräte, neuentwickelte Farben, die nicht an der Luft austrockneten, der Weg heraus aus der Stube hinein in die Natur - und viel Mut zu neuen, unbekannten Ufern aufzubrechen, das waren die Attribute, mit denen die Maler weiterhin erfolgreich sein konnten.
Doch gegen diesen kleinen schwarzen Kasten, bei dem man nur noch ein Knöpfchen drücken musste und ein fertiges Gemälde kam heraus, gegen ihn hatte keiner auch nur den Hauch einer Chance.
SPW00019, BT0078