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Die Herzogsburg in Dingolfing

Die Herzogsburg in Dingolfing  

Ob man sie noch als Burg im herkömmlichen Sinne bezeichnen mag, sei dahingestellt, ein Kleinod ist die Herzogsburg allemal, wenn auch nicht ganz "stilecht" im historischen Sinne.

Im Jahre 1410 benötigte man für den einbestellten Kastner einen Dienstsitz und man baute ihm dieses großzügige Gebäude zu solchem Behufe. Kastner waren immerhin ehrwürdige und vor allem wichtige Leute, waren sie doch zuständig für die Aufsicht und Verwaltung der herrschaftlichen Güter. Sie hatten dabei ein ganz besonderes Augenmerk zu haben auf den "Kasten", jenen Speicher also, in dem die Naturalien der Untertanen eingelagert wurden. Naturalien waren ja zu jener Zeit noch anstelle von Geld als Steuer zu entrichten, die "Kästen" waren sozusagen die "Tresore des Finanzamtes".

Neben dem Kastner, der im Erdgeschoss seinen Amtssitz hatte, wurde das Gebäude im Obergeschoss als Repräsentationsbereich für die bayerischen Herzöge genutzt, bevor es 1603 in Privatbesitz überging. 1956 kaufte die Stadt das denkmalgeschützte Gebäude und seit 1959 befindet sich in seinen Räumen ein Heimatmuseum.

Seinen Namen hat das Bauwerk erst spät im 19 Jahrhundert erhalten. Das Gebäude wurde zum Ende des vergangenen Jahrhunderts generalsaniert. Die historisierende Fassadenbemalung, die im Zuge der Renovierung auf das zuvor sichtbare Backsteinmauerwerk aufgebracht wurde, ist eine freie Nachempfindung ohne historische Vorlage. Dennoch wird das Gebäude heute als das schönste und am besten erhaltene Baudenkmal jener Zeit in Niederbayern bezeichnet. Zur Anlage gehört ebenfalls ein herzoglicher Getreidestadel, erbaut 1477/78.

 

SPW00028, ES0045

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