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Die Alhambra in Grenada, Spanien

Die am meisten besuchte Sehenswürdigkeit in Spanien befindet sich in Andalusien; es ist ein gewaltiger historischer Bau, etwas weniger als eine kleine Stadt und mehr als eine Burg. "Palaststadt" trifft es wohl am ehesten, um dieses komplexe Bauwerk auf einem Berg in Granada zu bezeichnen. Die Rede ist von der Alhambra, der "roten Burg" mit ihren 23 Türmen, vier Toren, sieben Palästen, mit etlichen Moscheen, Bädern, Nutzgärten und mit einer eigenen Trinkwasserversorgung. Die Alhambra ist eine ehemalige Maurenresidenz, die einst von den Mauren aufgegebenen wurde und dennoch die Jahrhunderte in wundersamer Weise überstand.

Mohammed Ibn Yusuf Nasr hieß der erste Herrscher der Nasriden-Dynastie in Grenada. Nach ihm residierten 23 weitere nasridische Fürsten in der Alhambra. Im Jahre 1492 ging die maurische Herrschaft in Spanien zu Ende. Sie hatte 800 Jahre gedauert und der letzte Herrscher der Nasriden, Boabdil, mag wohl Tränen geweint haben, als er die Festung kampflos den spanischen Königen übergeben musste. Ist es Zufall, dass im gleichen Jahre 1492, als Spaniens Kreuzzug im eigenen Land mit der Übernahme Grenadas ihr Ende fand, ein junger Mann nach neuen Ufern segelte, um fremde Länder für die Spanische Krone zu erobern: Christoph Kolumbus? Eine alte Epoche von historischer Bedeutung war zu Ende gegangen und eine neue hatte begonnen.

Inmitten der Anlage befindet sich der Löwenhof. Er bildete den Kern des Palastes von Mohammed V. aus dem 14. Jahrhundert. Um den Innenhof herum gruppieren sich separate Wohnsäle. Die Anlage ist mit filigranen Accessoires reich ausgestatten, wie es der islamischen Baukunst jener Zeit entsprach. Hier fand das Leben statt, wohl behütet durch die massiven Außenmauern der Festungsanlage.

Marmor, Holz, Ziegel und Gips waren die hauptsächlichen Baustoffe. Damit ließen sich recht zügig neue Gebäude errichten, die allerdings nicht unbedingt den Zweck erfüllten, Jahrhunderte zu überdauern. Da steckte den Bauherren wohl auch noch zu sehr ihre Vergangenheit als Nomaden in Nordafrika im Blut, wo es darauf ankam, seine Zelte aufzuschlagen und bald darauf auch wieder abzubrechen.

Da scheint es wie ein Widerspruch zu wirken, wenn trotz der spielerischen Leichtigkeit des Bauens, die Alhambra nicht der Zerstörung ausgeliefert war, als die neuen spanischen Herren sie übernahmen. Allenthalben werden in solchen Fällen Burgen und Festungen geschliffen. Aber die Andersartigkeit des Bauens übte und übt einen großen Reiz auf die Spanier damals und auf uns noch heute aus. Die Faszination war gar so groß, dass die Katholischen Könige höchstpersönlich die Gemäuer ihrer ehemaligen Glaubensfeinde bewohnten. Später dann ließen sich Adelige und Mönche, Zigeuner und Romantiker von der ehemaligen Maurenresidenz faszinieren.

Die Alhambra ist seit 1984 UNESCO Weltkulturerbe, was sicherlich zu einem weiteren Anstieg der Besucherzahlen geführt hat. So verwundert es nicht, dass nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern pro Tag zugelassen wird. Es ist also ratsam, sich rechtzeitig um Zutritt zu kümmern und den Besuch der Alhambra vorauszuplanen.

 

  SPW00026, ES0055

 

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