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Wo rohe Kräfte sinnvoll walten

Ayers Rock/Uluru im Herzen Australiens

Sich biegen, um nicht zu brechen oder widerstehen und den harten Kern bewahren; die Natur bietet immer beide Möglichkeiten des Überlebens an.

Manchmal ist Erdgeschichte wirklich spannend, so auch bei der Entstehung des Uluru und der Kata Tjuta. In der Zeit des Frühen Kambriums vor etwa 590-540 Millionen Jahren, war Zentralaustralien von einem Binnenmeer bedeckt. Tief im Untergrund dieses Meeres bewegten sich im Erdmantel zwei große Erdplatten gegeneinander und übten einen enormen Druck auf das darüber liegende Gestein aus. In einem gewaltigen Erdbeben faltete sich der Meeresboden zu einer großen Gebirgskette auf. Diese Gebirgskette ist bekannt als die "Petermann Ranges".

Die Entstehung des Uluru ist dem Umstand zu verdanken, dass ein besonders harter Ablagerungsbrocken von weitaus weicherem und für Erosionen anfälligem Gestein umgeben war. Dieser feste "Gesteinsknödel" war nämlich in der Folgezeit weiteren Drücken aus dem Untergrund ausgesetzt. Durch diesen Druck aus der Tiefe drehte sich das Gebirge aus seiner waagrechten Lage heraus und um fast 90° in eine fast senkrechte Lage. Die Oberkante dieses Batzens war dann recht bald den Witterungen und der Sonne ausgesetzt, denn das sehr viel weichere darüber liegende und umgebende Material zerfiel recht schnell. Regen und Frost einerseits sowie die Hitze der Glutsonne andererseits zerrieben das Material und überließen es Wasser und Wind, die gemeinsam diesen "Abfall" aus dem Weg räumten.

Übrig geblieben war ein harter Inselberg. Zwar rieben an ihm die erodierenden Kräfte weiter, doch resultierte daraus lediglich eine Reihe von Löchern und Höhlen in dem Felsen. Der sichtbare Rücken des Uluru ist etwa 3,4 Kilometer lang. Er ruht auf einem unterirdischen Sockel, der etwa die gleiche Größe besitzt.

So, wie manche Geschöpfe in der Natur nur überleben können, weil sie sich, wie etwa eine Weide, den Kräften der Natur beugen, so konnte der Uluru im Gegensatz dazu nur deshalb bis heute „überleben“, weil er eben diesen Kräfte erfolgreich widerstehen konnte.

Wir können getrost auch weiterhin die roten Farben des Uluru bestaunen. Diese Farbe, woher kommt sie eigentlich? In dem Gestein des Berges ist Eisen enthalten. Dieses Eisen, nachdem es erst einmal an die Oberfläche gelangt war, oxidierte an der Luft und erzeugte in einem jahrtausendelangen Prozess jenes Rot, das wir heute bewundern.

Der Berg präsentiert sich jedoch nicht unverändert den ganzen Tag in derselben Farbe. Die unterschiedlichen Lichtverhältnisse während des Tages lassen den Berg mal rötlichgrau, mal violettrot erscheinen. Wenn man verschiedene Fotos mit unterschiedlichen Farbtönungen sieht, liegt das also nicht unbedingt an der Qualität der Kamera oder des Fotografen, sondern am Berg selbst, der sich verfärbt, als könnte er dadurch „seine jeweiligen Stimmungen ausdrücken“. Es wundert deshalb nicht, dass die Ureinwohner diesen Fels als ihren „Heiligen Berg“ betrachten. Für sie ist er ein göttliches Lebewesen.

Das Foto entstand am 16. Januar 2006.

 

 

SPW00023, BT0047

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