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Schloss Schönbrunn in Wien

 

Heraus aus dem Unterholz tretend und noch trunken von seinem Jagdglück entdeckt Kaiser Matthias einen Brunnen in der Talsenke. "Welch ein schöner Brunnen!" soll er ausgerufen haben. Als letztes Glied in der Kette der Ereignisse um einen wundervollen Prachtbau finden wir heute das meistbesuchte Schloss Österreichs - das Schloss Schönbrunn im Hietzing. Vielleicht mag also eine gerade erlegte Wildsau im 16. Jahrhundert der Namensgeber für dieses Schloss gewesen sein, wer weiß das schon so genau.

Matthias war der vierte Sohn von Kaiser Maximilian II. und Schönbrunn war ursprünglich ein Jagdschloss des Maximilian. Im 17. Jahrhundert wurde es zum eigentlichen Schloss als Residenz für die Kaiserin umgebaut, um 1683 von den Türken schon wieder zerstört zu werden. Wiederum Generationen später entstanden dann unter der Kaiserin Maria Theresia das Schloss und der Park in seiner heutigen Form. Das gesamte 19. Jahrhundert hindurch war es kultureller und politischer Mittelpunkt der herrschenden Habsburger. Der Einfluss der Habsburger spiegelt sich auch in der Größe des Hofstaates wieder, der einige hundert Personen umfasste. Sie mussten allesamt in dem Schloss Platz finden. Wer sich also schon einmal die Frage gestellt haben mag, wofür ein Kaiser (oder Kaiserin) ein Schloss mit 1441 (!) Zimmern benötigt, der mag darin die Antwort finden.

Die Zeiten änderten sich, das Kaiserhaus wurde enteignet und das ursprünglich barocke, danach klassizistisch erneuerte Schönbrunn wurde Bundesbesitz. Nach Beseitigung der Weltkriegsschäden kann das Gebäude heute von der Allgemeinheit besichtigt werden, wird aber auch teilweise zu Wohnzwecken genutzt.

Wer eine Besichtigung dieses größten Schlosses und eines der bedeutendsten Kulturgüter Österreichs wagt, stellt bei seinem Gang durch die vielen Räume bald fest, dass an einem Tag nur ein kleiner Teil der Pracht und der Schätze gesehen werden kann. So mag er sich also entschließen, sich mit einem allgemeinen Eindruck zu bescheiden oder unbedingt ein zweites- und drittes Mal wieder zu kommen. Viele der 1,6 Millionen jährlichen Besucher tun dies, so dass einige tausend Gäste pro Tag trotz der Größe des Schlosses in den schönsten Zimmern durchaus für Gedränge sorgen. Pflege und Sanierung bei der hohen Anzahl der Besucher und der dadurch bedingten Belastung der Räume stehen ständig auf der Tagesordnung der Schlossverwaltung.

Seit dem Jahre 1996 ist Schönbrunn Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Dazu gehören auch der 160 ha große Schlosspark und dessen Hauptattraktion, der älteste noch bestehende Zoo der Welt, der Tiergarten Schönbrunn.

 

SPW00022, ES0054

 

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