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Veröffentlicht von pscheitler

Château Chillon am Genfersee, um 1900

 

Wieder - wie so häufig - das gleiche Szenario für die Wahl eines geeigneten Ortes, an dem man sein Schloss errichtet: Das Schloss Chillon liegt auf einem Felsen im Wasser am Ufer des Genfersees und somit auch nur von einer Stelle her leicht zugänglich und daher im Ernstfall an besten zu verteidigen.

Solchermaßen gegen unerwünschte Besucher gut geschützt, finden doch alljährlich zahlreiche erwünschte Besucher den Weg zum und in das Wasserschloss am See. Chillon ist das meistbesuchte historische Gebäude in der Schweiz. Jahr für Jahr besichtigen etwa 300.000 Besucher das Schloss, und das mit gutem Grund, hat es doch einiges zu bieten; Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert, unterirdische Gewölbe, Paradesäle und original erhaltene Schlafzimmer aus der Zeit der Berner Herrschaft. Aber der Blick wendet sich dem Betrachter ja nicht nur in das Innere der Anlage mit ihren insgesamt 25 Gebäuden und drei Höfen, er schweift auch weit über die imposante Bergkulisse der Westschweiz hinweg.

Der Felsen, den das Schloss Chillon vollständig einnimmt, war bereits in der Bronzezeit bewohnt. Die 1005 erstmals erwähnte Burg ist eine der älteren Wasserburgen. Die ältesten noch heute sichtbaren Bebauungen im inneren Burgbezirk einschließlich des Hauptturms stammen aus dem 11. Jahrhundert, als die Herren von Alinges als Dienstadlige dem Bistum Sitten dienten.

Im 12. Jahrhundert ging das Schloss an die Savoyer über und war fast vierhundert Jahre lang Wohnsitz und ertragreiche Zollstation der Grafen von Savoyen. 1536 wurde das Schloss von den Bernern eingenommen und 1798 ging es dann in den Besitz des Kantons Waadt über.

Den unterschiedlichsten Zwecken diente das Schloss im Laufe seiner Geschichte und machte dabei Karriere von der sicheren Wohnstatt der Urahnen zur Zoll- und Kontrollstation, über den Schiffsverkehr auf dem See und zu Land über den Weg zum St.-Bernhard-Pass; es diente als Zeughaus, als Waffenlager, als Hospital für Kranke und Invalide und als Gefängnis. In den Gefängnisräumen mit ihren ungewöhnlichen Kreuzrippengewölben sind auch die Wachstube und ein Galgen noch erhalten.

Zur Burg hin führt eine Holzbrücke aus dem 18. Jahrhundert. Zuvor war dort eine Zugbrücke zum Öffnen und Verschließen der Burg angebracht. Die Burg ist an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen und deshalb auch leicht erreichbar. Wer es romantischer mag, kommt mit dem Kursschiff direkt über den See bis zur Anlegestelle Château-de-Chillon beim Schloss.

 

SPW00016, ES0051

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